17. Dezember

Unsere Haustiere

Wir haben Haustiere! Ganz viele. Unter anderem diese Eidechsen oder Geckos oder wie auch immer sie genannt werden. Ihnen gefällt es, ihren Abend an der Wand in der Nähe unserer Glühbirne zu verbringen. Der dickste unter ihnen hat sein Revier am nächsten bei der Lampe. Wenn er allerdings zu dick wird, verliert er sein Territorium an einen dünneren, dafür flinkeren Gecko. Weiter wohnen sie auch im „Badezimmer”, in der Küche und im Haus drin. Eigentlich überall. Wir mögen sie. Allerdings sind jegliche Zähmungsversuche bis jetzt gescheitert. Trotzdem würde es uns sehr interessieren, wie diese Tiere richtig heissen. Könnte das jemand googeln und uns die Antwort schreiben?

Vielen Dank!

Gecko

16. Dezember

Bei der Arbeit an der Erweiterung des Wörterbuchs Tedaga-Englisch-Französisch-Arabisch stosse ich immer wieder auf interessante Eigenheiten dieser Sprache. Für den Sprachlernenden ein Graus, für den Linguisten ein Schmaus.

 

Hier ein paar Kostproben und dann eine örtliche Übersetzung:

Es gibt für diverse Handlungen je zwei völlig verschieden Verben, je nach dem ob ein oder mehrere Objekte involviert sind. (Da ist es gut, dass es wenigstens das Verb „dingslen“ gibt!) Auch gibt es zwei Verben für „hineingehen“, je nach dem ob es ein gedeckter oder offener „Raum“ (z.B.Innenhof) ist. Es gibt zwei Verben für „leeren“, je nach dem ob man von einem kleinen in ein grosses oder von einem grossen in ein kleines Gefäss leert.

Fast jedes Verb enthält in jeder Konjugations- und Zeitform vor oder nach dem Stamm die Information, wer der Handelnde (Subjekt) und wer „Opfer“ oder Empfänger (Objekt) der Handlung ist.* Zu den daraus resultierenden 20 Personalform-Kombinationen für die Konjugation gibt es mehr als ein Dutzend Zeit-Formen und Ähnliches (für alle erdenklichen und annähernd undenkbaren Zeit-, Aspekt- und Modus-Formen sowie dem, was wir mit Konjunktionen bei Nebensätzen machen). Verneinen kann man Verben grob gesagt indem man die letzte Silbe als Hochton ausspricht. Das geht dann aber auch mit anderen Worten wie „zusammen“.

Wochentage und Uhren gibt es wohl erst seit jüngerer Zeit, dafür gibt’s eigene Worte für vor bzw. in ein, zwei oder drei Tagen sowie für zwischenmittagsundnachmittagsgebet oder späterabernochheute etc.

Zur Auflockerung gibt es noch Verben wie „so tun als würde man etwas schmeissen“ (um einen Hund zu vertreiben z.B.) und „sich in der Sonne wärmen“ (wir erleben in diesen Monaten die Wichtigkeit dieses Verbs jeden Morgen). Ebenso erheiternd ist das Wort für „Ort wo zwei Männer hingehen um zu pinkeln“ oder „geheimer Ort, wo zwei Männer sich ein Duell liefern“.

Weiter spiegelt sich die Wüsten-Orientierungsfähigkeit der Tubus in der Sprache wieder: Sie reden in der Regel nicht von „rechts“ oder „links“, sondern verorten die Dinge grundsätzlich in zwei Richtungen: Von dort wo das Wasser kommt (wasserscheidewärts) und dort wohin das Wasser fliesst (salopp gesagt „Bach ab“, bzw. aufgrund der Regenknappheit „Wadi abwärts“). ** „Und“ heisst nur „und“, wenn man es nach jedem Aufgezählten sagt. Wenn man nur zwischen dem Aufgezählten „und“ sagt, heisst es „oder“.

 

Alles Klar? Also los:

Vorvorgestern wasserscheidewärts Steine und Holz und mehrere-sammeln-sie-ich und Auto auf sie-ich-werfen und. Gesternabend bachab mehrere-bringen-sie-ich.

Früher-heute ZwischennachmittagsundDämmerungsgebet dich-besuchen-ich hätte-wollen-es-ich, aber es-ich-vergessen. Später-heute und morgen Steine und Holz und mehrere-ausleeren-sie-wir-nicht? Arbeit diese zusammen und zusammen-nicht machen-sie-wir?

Was würdet ihr antworten?

 

* Damit nicht genug: der Handelnde (Subjekt) eines intransitiven Verbs wie „sterben“, für das es kein Objekt gibt, ist gleich markiert wie das „Opfer“(Objekt) eines transitiven Verbs (wo es Subjekt und Objekt gibt). Ergo ist der Wenfall in manchen Fällen quasi ein Werfall. Unter Linguisten nennt man den Fall einer solchen Sprache Ergativ-Sprache. Im Fall. Ein Fall der in Afrika ausserhalb der Saharanischen Sprachen wahrscheinlich nirgends vorkommt.

** “Absoluter Referenzrahmen“ nennt man dieses Raumbezugssystem in Fachkreisen. Die Literatur aus diesen Fachkreisen sagt übrigens auch, dass Menschen, die den Raum so wahrnehmen und beschreiben, erwiesenermassen besser heimfinden als ich es mit GPS würde.

14. Dezember

Fatalismus

Die Tubus sind Muslime und sie glauben stark, dass alles, was passiert, von Gott vorherbestimmt ist. Wenn eine Person stirbt, ist das von Gott gewollt und wenn jemand seinen Job verliert auch.

Das Gold, das hier gefunden wird, lockt natürlich auch „non-Tubus“ an, was allerdings (verständlicherweise) gar nicht gern gesehen wird. Das führt immer mal wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen auf den Goldfeldern in der Wüste draussen. Als wieder mal eine Nachricht kam, dass einige Tubus mehrere „non-Tubus“ getötet haben, meinte unser Mitarbeiter: „Interessant, dass Gott wollte, dass diese Leute so weit weg von ihrem Zuhause sterben.“

13. Dezember

werbung

Wir bekommen hier fast täglich irgendwelche Werbe-SMS  des Netzanbieters. Normalerweise löschen wir die gerade wieder. Aber bei diesem Angebot haben wir natürlich sofort mitgemacht und warten seither immer noch darauf, ein Dromedar zu gewinnen.

12. Dezember

Geschenke für ein Kleinkind

Schaut euch mal folgende Liste an. Welche Dinge davon würdet ihr einem ungefähr einjährigen Kind schenken?

–       Lolli
–       Caramelbonbon
–       Kaugummi
–       Küchlein
–       Jasskarte
–       Tomate
–       kleine Gurke
–       4er Packung Batterien
–       hartgekochtes Ei
–       kleiner Tetrapack Fruchtsaft
–       leere Parfümschachtel
–       Geld
–       Strohhut aus Plastik
–       Packung Kekse
–       Dattel
–       Schokolade aus Libyen

Regelmässig wenn ich mit Junia durch den Markt gehe, bekommt sie Geschenke. Alle Dinge von der Liste hat sie bereits ein oder mehrere Male bekommen. Über viele Dinge freue ich mich mit ihr. Aber wenn es um Kaugummi und Lollis geht, finde ich das nicht so einfach. Denn hat sie erstmal was Süsses in der Hand, ist es unmöglich, ihr das wieder zu entwenden, ohne ein RIESEN Geschrei. Da ein Geschrei – und vor allem ein RIESEN Geschrei – sehr unangebracht ist, bleibt mir oft nichts anderes übrig, als meine Schweizerseite beiseitezulegen und mich herzlich für das (unwillkommene) Geschenk zu bedanken.

In solchen Momenten treffen zwei Kulturen mit gegenseitig totalem Unverständnis aufeinander:

Mein diesbezüglicher Erziehungsstil ist für sie unhaltbar, sie fühlen sich gar gedrängt, Gegensteuer zu geben: Als ich z.B. ¾ von Junias Schokoladenstück ass, wurde mir vorgeworfen, dass ich die Schokolade meiner Tochter gegessen habe. Und noch im selben Moment hatte sie ein neues Stück Schokolade in der Hand … Dass dies meinerseits auf völliges Unverständnis stösst, muss ich keiner Schweizer Mutter erklären. Nur kann ich erst zu Hause wieder Gegensteuer geben.

11. Dezember

Tauchen wir irgendwo mit Junia auf, ohne dass sie eine Mütze trägt, ernten wir besorgte Blicke. Es ist doch schliesslich Winter. Stimmt. Aber um den Mittag ist es immer noch 20 Grad. Doch hier gilt wie man sieht die Regel „Hauptsache eine Mütze“.JungeBabyMütze