12. Dezember

Geschenke für ein Kleinkind

Schaut euch mal folgende Liste an. Welche Dinge davon würdet ihr einem ungefähr einjährigen Kind schenken?

–       Lolli
–       Caramelbonbon
–       Kaugummi
–       Küchlein
–       Jasskarte
–       Tomate
–       kleine Gurke
–       4er Packung Batterien
–       hartgekochtes Ei
–       kleiner Tetrapack Fruchtsaft
–       leere Parfümschachtel
–       Geld
–       Strohhut aus Plastik
–       Packung Kekse
–       Dattel
–       Schokolade aus Libyen

Regelmässig wenn ich mit Junia durch den Markt gehe, bekommt sie Geschenke. Alle Dinge von der Liste hat sie bereits ein oder mehrere Male bekommen. Über viele Dinge freue ich mich mit ihr. Aber wenn es um Kaugummi und Lollis geht, finde ich das nicht so einfach. Denn hat sie erstmal was Süsses in der Hand, ist es unmöglich, ihr das wieder zu entwenden, ohne ein RIESEN Geschrei. Da ein Geschrei – und vor allem ein RIESEN Geschrei – sehr unangebracht ist, bleibt mir oft nichts anderes übrig, als meine Schweizerseite beiseitezulegen und mich herzlich für das (unwillkommene) Geschenk zu bedanken.

In solchen Momenten treffen zwei Kulturen mit gegenseitig totalem Unverständnis aufeinander:

Mein diesbezüglicher Erziehungsstil ist für sie unhaltbar, sie fühlen sich gar gedrängt, Gegensteuer zu geben: Als ich z.B. ¾ von Junias Schokoladenstück ass, wurde mir vorgeworfen, dass ich die Schokolade meiner Tochter gegessen habe. Und noch im selben Moment hatte sie ein neues Stück Schokolade in der Hand … Dass dies meinerseits auf völliges Unverständnis stösst, muss ich keiner Schweizer Mutter erklären. Nur kann ich erst zu Hause wieder Gegensteuer geben.

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