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Tag 11

Da unsere Namen ja soooooooooooo schwierig auszusprechen sind, haben sie uns neue gegeben:

Simon: Nachdem Freunde in N’Djamena einen passenden  Tedaga-Namen für mich ausgetüftelt hatten, scheiterte das Ganze an meiner Unfähigkeit, diesen auszusprechen. Anstatt „einer, der Hilfe bringt“, bedeutete das Wort in meiner Aussprache „Schakal“. Kurzentschlossen schlug unser lokaler Mitarbeiter „Wuše“ (ausgesprochen als Wusche)  vor. Das heisst „Danke“ und er meinte: du bist von der Schweiz hierher gekommen und unterrichtest die Leute – Danke!

Anja: Meiner ist schlicht und einfach Dočuiĩ (ausgesprochen als Dotschee, wobei das zweite e nasalisiert ist J) und bedeutet „Weisses Mädchen“.

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Tag 10

 

Hier mal eins von diesen Viechern… bereits tot!

Daneben ein „Todo“. Der im wahrsten Sinne geläufigste Käfer hier (siehe Artikel „Unbezieferbar“).

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Tag 9

Tedaga Sprichwort:

Môši gali-ĩ yê doogo gali-ĩ yê turo, sobumó di hanaũú.

(Ein guter Nachbar und eine gute Umgebung haben eines gemeinsam: Erst wenn du von ihnen ziehst erkennst du ihren Wert.)

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Tag 8

Wie ist es eigentlich immer mit dieser 4m Stoffhülle herumzulaufen? Meine anfänglichen Gefühle von „ich laufe ja nur noch als Vorhang durch die Gegend“ haben sich verändert. Mittlerweile ist es normal und es wäre sogar komisch, ohne diesen Stoff aus dem Haus zu gehen. Klar halten meine Schnittlauchlocken nach wie vor den „Laffaye“ nicht davon ab, mir ständig vom Kopf zu rutschen und bin ich nicht in der Lage den Stoff originalgetreu ohne einen einzigen Knoten zu tragen. Aber Ich sehe mittlerweile auch die Vorteile, die es tatsächlich gibt. Zum Beispiel kann man aus dem Haus, egal was man gerade trägt (farblich passend oder nicht, kulturell angepasst oder nicht, schmutzig oder nicht, …). Der Stoff verdeckt sowieso alles. Ein zweiter Vorteil besteht darin, dass alle Frauen im Laffaye mehr oder weniger gleich aussehen. Das heisst, das Vergleichen untereinander ist hier VIEL weniger an der Tagesordnung als bei uns. Das ist eigentlich noch ganz entspannt.

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Tag 6

Durchfall

Ja, ein Tabutthema. Dazu noch kaum durch Fallstudien beschrieben. In der
Öffentlichkeit sollte man ja auf diesen Fall auf keinen Fall zu sprechen
kommen. Aber ich kann es einfach nicht lassen, da es mich in den letzten
15 Monaten beinahe täglich beschäftigt hat. Und irgendwie wäre es ja
nicht ehrlich, euch ein für mich so ein wichtiges Thema vorzuenthalten.
Alles kommt daher, dass wir hier nur auf einer Ebene leben. Nämlich auf
der Bodenebene. In der Schweiz, da sind die Füsse und der Kopf und die
Hände höchst selten auf der selben Ebene. Die Füsse am Boden, die Hände
auf dem Tisch und der Kopf, wenn alles in Ordnung ist und man ihn nicht
hängen lässt, noch etwas höher. Das gibt mehr oder weniger drei Ebenen,
die hauptsächlich im Bett zu einer verschmelzen. Hier ist das anders.
Mit denselben Füssen, mit denen man in Sandalen überall durchmarschiert
(direkt vor unserem Hauseingang wohnt z.B. noch eine Schafherde), steht
man auch auf die Matte, die Matratze und das Kissen. Auf denen wiederum
sitzt man, arbeitet man und schläft man, legt man das Besteck hin, usw.
Das ist der Grund, weshalb es auch bei allen Vorsichtsmassnahmen für
kleine Viecher, Würmer und Bakterien ein Leichtes ist, in unseren
Organismus zu gelangen.
Somit sind wir eben beim unangenehmen Thema Durchfall angelangt.
Mittlerweile haben wir es uns angewöhnt, einander nach der Note des
heutigen Outputs zu fragen. Also eine Duftnote hat er ja bereits,
gefragt ist die Einstufungsnote. Das klingt relativ simpel, ist es aber
nicht. Wie soll man denn Durchfall benoten? Ist es denn ein “gut”, wenn
er gut rauskommt, das heisst, ein sehr Flüssiger kriegte ein “sehr gut”?
Und die Verstopfung würde durchfallen? Oder ist es “gut”, wenn er nicht
in die Kategorie Durchfall gehört? Somit wäre ein Durchfall also
“ungenügend”? Also durchgefallen? Aber es gibt ja verschiedene
Durchfälle. Wären dann alle “ungenügend” oder fielen einige als
“genügend” durch? Wo hört eigentlich der Normalfall auf und fängt der
Durchfall an? Und vor allem: wann hört der Durchfall endlich auf? Auf
alle diese Fragen haben wir auch keine Antworten, im Gegenteil sie
führen immer wieder zu neuen Diskussionen.
Dabei solltes es doch eigentlich klar sein: Alles was durch das Loch im
Boden fällt, ist per Definition ein Durchfall. Doch somit wäre die
Durchfallquote bei 100% und es würde sich jede Diskussion erübrigen.
Aber wäre das nicht schade? Schliesslich macht es Spass, über Tabuthemen
zu reden. Und hoffentlich auch darüber zu lesen.

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Tag 5

„Simon, la maison de mémoire !“

Dieser kleine Satz, gefallen während der Bibliothekszeit, zeigt in seiner Wortwahl, wie hier die Welt beschrieben wird und in seiner Satzwahl, dass man hier oft nur im Imperativ etwas erfragt.

Die Antwort wäre entsprechend wie folgt: „Ja, natürlich bring ich dir den Kartenleser, damit du die Speicherkarte deines Handys in „einen Mund des Hauses der Speicher“ stecken kannst.“