Unsere Oase – damit ihr euch ein Sinnbild machen könnt

Sehsation

Zu unserem Erstaunen ist die Regenzeit auch an der Wüste nicht spurlos vorbeigegangen. Trotzdem war das aus Sand und Fels auftauchende satte Grün der Palmen unserer Oase eine Augenweide, von der wir täglich wiederkauen. Die Häuser bestehen aus Lehmziegel/Steinmauern und werden von Zusatzhäusern aus Schilf- und Palmwedeln ergänzt. Je nach Jahreszeit wird das eine oder andere bevorzugt. Die einfachen Häuser lassen einen denken, die Bevölkerung sei sehr arm. Dieser Schein trügt aber oft.

Die Felsformationen inmitten derer das Dorf liegt, entfalten ihre Pracht besonders in der Morgen- und Abenddämmerung. Und wenn nichts mehr zu sehen ist, dann sieht man einen atemberaubenden Sternenhimmel, unter dem wir nächtlich einschlafen. Solange wir im Dunkeln noch auf den Beinen sind, bewegen wir uns nur mit Taschenlampe, da wir weder Strom haben noch wollen.

 

In das Tasten greifen

Denn es hat hier öppeneinen Skorpion, die glücklicherweise nicht ganz tödlich sind. Um den unsäglichen Schmerz zu mildern, wurden wir mit einem Zapper ausgestattet. Dieser Apparat hat eine Handkurbel mit der man Elektrizität erzeugen kann. Des weiteren zwei Kabel, von denen man eines auf den Stichort setzt und das andere so plaziert, dass der Strom das schmerzende Körperteil durchqueren muss. Diesen Schmerz zu spüren wählt man nur, wenn er immer noch geringer ist, als der durch das Gift verursachte. Gott sei Dank brauchten wir bis jetzt weder das eine noch das andere zu spüren, sondern konnten alle neun bis jetzt gesichteten Skorpione töten. Den Zapper brauchten wir erst um drei andere gestochene Personen zu behandeln.

Bereits gespürt haben wir hingegen Käfer und Ameisen und täglich fühlen wir die Hitze in den Mittagsstunden und die angenehme Kühle der frühen Morgenstunden.

 

Dufte!?

Wir teilen unser grossräumiges Zuhause nicht nur mit Insekten, sondern auch mit Mäusen. In anfänglichem Enthusiasmus haben wir Rattengift verteilt. Der Geruch des Todes und aasg(e)ierige Fliegen haben uns dazu gebracht die Leiche zu suchen, ins Klo plumpsen zu lassen und diese Methode in Zukunft nicht mehr anzuwenden.

Bessere Düfte entweichen dem auf 1700km Geholper ganzgebliebenen Solarofen und der Pfanne über unserem Kerosinkocher.

 

Schmackhaft

Wir sind froh, nach zwölf Tagen Tomatenpüree, Zwiebeln und Öl mit Pasta oder Reis ohne Gewürz (zweimal täglich!) wieder für uns kochen zu können. Wir freuen uns über alle Frischwaren, die ab und zu im Markt auffindbar sind. Bis jetzt gab es Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln, Knoblauch und Karkanjiblätter (halbwegs spinatähnlich). Früchte haben wir nebst Äpfeln (aus dem Südtirol) und Datteln nur als Saft gekostet.

Eigentlich wollten wir nicht vor dreissig ein Häuschen mit Garten haben, doch jetzt warten wir wie Spiesser auf die ersten Spriesser unseres frisch angelegten Gärtchens. Und hoffen, dass der uns aus der beengenden Schmackhaft befreit.

 

Unerhört

Allen, die ihren Kindern mit Hilfe eines Bilderbuches weismachen wollen, dass ein Esel „I-aa“ mache, müssen wir an dieser Stelle sagen: Dies ist eine masslose Verniedlichung! Die Laute eines Esels sind mit einer menschlichen Stimme nicht nachahmbar.

Neben Eseln machen dem Gockel von nebenan auch Schafe und Ziegen seine frühmorgendliche Position streitig.

Doch zu den angenehmen Klängen: Das Rauschen der diesem grossen Strand fehlenden Wellen imitiert der Wind, der durch die Palmwedel rauscht. Was will man Meer?

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