Schnell ein paar Sachen erledigen wollte ich. Eine Preisauskunft über Wandkarten vom Tschad und anderes sollte ich besorgen. Erst die langsame Internetverbindung erinnerte mich daran, dass ich ja im Tschad bin und diese Informationen nicht bei google zu finden sind. Hier gilt: „On est ensemble.“
In jener Bücherei, sagte jemand, in einem bestimmten Bereich des grossen Marktes, sagte jemand anderes, seien diese Karten wohl zu finden. Also zogen wir eines brütend heissen Donnerstag Nachmittags auf in jene Bücherei. „Nein, in dieser Filiale nicht“. „Nein“, sagte die Person am Telefon im Mutterhaus der Bücherei, „die sind ausverkauft und für eine Preisauskunft müssen sie vorbeikommen.“ Nun gut. Am nächsten Tag Freitag gegen 10.30 Uhr, rufe ich das Büro der Herausgeber der Karten an: „Kommen sie am Montag vorbei.“
Am Freitag Nachmittag gehe ich bei jemandem im Büro vorbei, der gemäss einem Tipp, den Preis der Karten und Lautsprecher in seiner Buchhaltung nachschauen kann. Nach langem Palaver und erfolglosem Suchen in der EDV-Buchhaltung darf ich meine Nummer dort lassen. Ich würde angerufen werden, sobald die Rechnung der Lautsprecher gefunden sei. Mangels Gelassenheit (leicht genervt) habe ich vergessen, wegen der Karten zu fragen. Und ich wollte noch ein paar andere Sachen erledigen an diesem Nachmittag. Doch eigentlich sollte ich ja wissen, dass hier in jeder Situation gilt: Wer pressiert, verliert.
Am Samstag morgen versuchte ich mein Glück auf dem grossen Markt. Nach langem Herumfragen legte mir jemand eine Wandkarte vom Tschad vor. In schlechtem Zustand und überteuert. Er habe überall gesucht, es sei die Letzte auf dem gaaanzen Markt. „Z’schaad!“
Doch nach tagelangem, erfolglosem Suchen erledigte sich alles innert 24 Stunden: Am Montag darauf schlenderte ich abends beim Büro vorbei, wo ich meine Nummer hinterlassen hatte: „Ach ja, wir haben leider die Rechnung nicht gefunden.“ Doch dann fragte er einen dabeistehenden Kollegen, und der nannte einen anderen Kollegen, der die Preise kenne. Ein kurzes Telefonat und ich wusste, was ich wissen musste.
Auf der Strasse setzte ich mich zu den Jungs, mit denen ich gelegentlich einen Tee trinke. Einem klagte ich meinen Kummer. Und siehe da: Ein Kollege von ihm arbeite bei den Herausgebern der Karten, meinte er, und er komme mich morgen um 9.00 Uhr abholen, da ich ja kein Fahrzeug habe. Yeah!
Dienstag, Punkt 9.00 Uhr war er da und wir fuhren los. Nach einigem hin und her erstand ich gleich zwei Karten, da sie zu den Letzten ihrer Art zu gehören scheinen. Eine Rechnung dafür würden wir aber erst am Nachmittag kriegen, da die vom momentan abwesenden Direktor signiert werden müsse. Da die Karten in schlechtem Zustand waren, hätte ich sie gerne laminieren lassen. Mein treuer Begleiter fragte sich von Kopiergeschäft zu Kopiergeschäft durch, bis wir uns schliesslich damit abfinden mussten, dass keine so grosse Laminiermaschine zu finden ist und transparentes Klebeband an den Rändern reichen muss. Abends, als sich die 24 Stunden dem Ende zu neigten, kam mein „Tee-Kollege“ mit der Rechnung, er hatte es sich nicht nehmen lassen, diese noch für mich zu holen. Merci!
