Die Menschen der Wüste haben ein Sprichwort das so was Ähnliches sagt wie: „Viel Geld ist kostbar, wenig Wasser ist köstlich.“
Was das heisst, erleben wir seit etwa drei Wochen. Wir haben nämlich sozusagen kein Wasser mehr. Es fliesst nur noch in der Nacht aus unserem Hahn, oft erst sehr spät, spärlich und nur für wenige Stunden. D.h. unsere Wasservorräte können wir nur unter grossem Zeitaufwand und Schlafmangel wieder aufbessern: alle 30 Minuten aufstehen und den vollgetropften Kanister ins Fass kippen.
Plötzlich macht man sich plötzlich ganz viele Gedanken:
Ist es wichtiger Strom oder Wasser zu haben?
Wie lange will ich das Abwaschwasser brauchen, bevor ich mein aktuelles Spülwasser ins neue Abwaschwasser verwandle?
Wie lange kann ich eigentlich zuwarten mit dem Abwasch? Oder soll ich jeweils einfach das waschen, das ich gerade zum Kochen brauche?
Soll ich lieber meine Kleider oder meine Haare waschen? (Zum Glück ist das Kopftuch immer mit dabei. J)
Wie viel Waschpulver (Marke: „klin“) soll ich ins Wasser geben? Je weniger, desto weniger Wasser brauche ich um es wieder auszuwaschen…
Reicht es nicht auch, wenn ich meine Füsse einfach einmal vor dem zu Bett gehen wasche? (Die Füsse könnte man hier nämlich alle 10 Minuten waschen. Schon alleine vom Gang in die Küche oder zur Toilette werden sie wieder schmutzig.)
Soll ich immer jemanden rufen um mir beim Händewaschen zu helfen, um so weniger Wasser zu verbrauchen, als wenn ich versuche mir selbst das Wasser über die Hände zu giessen.
Soll ich auch beim Zähneputzen Wasser sparen und meine Zahnbürste nicht mehr anfeuchten bevor ich sie in den Mund nehme?
Soll ich beim Haarewaschen das ausgespülte Wasser auffangen, um mir damit anschliessend noch die Beine zu rasieren?
Usw.
Wenn man will, kann man auch an einem Ort wie hier, wo wir fast nie fliessend Wasser haben, noch viel mehr Wasser sparen. Aber es ist sehr aufwändig und energieraubend. Zum Glück haben wir herausgefunden, wie die Tschader das machen. Sobald unsere Wasservorräte sich dem Ende zu neigen, beauftragen wir den Gasverkäufer neben unserem Haus, der den ganzen Tag draussen auf seinem Stuhl sitzt, den nächsten vorbeikommenden Wasserträger, bzw. Wasserleiterwagenschieber reinzuschicken. So lassen wir uns alle zwei bis drei Tage 250l Wasser für 2sFr. direkt in unsere Wassertonnen liefern. Jetzt müssen wir nur noch nachschlafen und alles ist wieder gut.
Ein kleiner Hinweis an alle fleissigen und potentiellen Postsendenden: Briefe mit z.B. Eisteepulver- oder Vanillecrèmebeutel drin sind bis jetzt nicht angekommen. Ein Dankeschön trotzdem an alle bekannten und unbekannten Versender solcher Briefe – nicht nur im Namen dessen, der sich die alle unter den Nagel gerissen hat.
Dafür kommen einfache Briefe und Pakete, soweit wir davon wissen, fast immer an. Vielen Dank!

Hey zäme,
Es isch schön immr wieder e Iblick i öie Alltagswahnsinn z becho. Sind immer wieder spannendi, zum Dänke aregendi oder lustegi Biiträg.
Wünsche öich witerhin e Gueti Zyt!