Tschadventskalender 2024 – Ganz ohne Druck

1. Dezember

Also doch. Wir haben es geschafft, ein ganzes Jahr verstreichen zu lassen ohne einen Blogeintrag. Dafür hat sich nun für den diesjährigen Tschadventskalender einiges angesammelt. Also…

Eigentlich finden wir es schön, eine Weihnachtskarte zu verschicken. Aber das ist mit Druck allerlei Art verbunden. Drücken auf den Startknopf des Druckers, in der Hoffnung, dass dieser Strom hat, der Toner noch reicht – und das in allen Farben. Dazu kann auch das Wetter drücken und der Drucker überhitzen. Und da ist auch der Zeitdruck, wenn die letzte Gelegenheit naht, ein Päckli für in die Schweiz mitzugeben, in dem dann die fertig adressierte Couverts wären.

Von solchen und anderen Drücken haben wir in letzter Zeit einiges selbst erlebt oder die staatliche Lehrmitteldruckerei, die uns unterstützt, indem sie netterweise unsere Lehrbücher druckt, hat es uns mitteilen müssen. Sie haben eigentlich bereits fast alles gedruckt…

Aus Verlegenheit im Eigenverlag: alle 7 Dazaga-Lehrerhandbücher und die drei für französisch als Fremdsprache

… ausser die Übungshefte, wir den Lehrerinnen schon vor drei Wochen auf den Weg geben wollten. Nun sind die Damen auf der Oase Gouro angekommen und haben angefangen zu unterrichten. Leider ohne Übungsheft. Und wir rufen der Druckerei regelmässig an. Ganz ohne Druck.

… und ausser die Handbücher für die Lehrpersonen. Die haben wir in einem Akt der Verzweiflung selbst gedruckt am Vorabend der Diplomfeier, damit wenigstens diese zeitgleich mit den Lehrerinnen auf der Oase Gouro ankommen. Nicht ohne dabei unseren Drucker zu überhitzen.

Nein, “refroidissement” bedeutet hier nicht “Erkältung”

Darum schicken wir euch eine Weihnachtskarte ganz ohne Druck. Wenigstens unserseits. Wir hoffen, dass ihr die PNG-Bilddatei herunterladen und irgendwo in einem Kopierladen um die Ecke in A4-Grösse ausdrucken lassen könnt, ohne dass euer USB-Stick voller Viren von diesem Ausflug zurückkommt. Und dann dürft ihr sie selber ausmalen.

Haltet also die Farbstifte bereit! Ab morgen verraten wir euch jeden Tag welche Fläche ihr ausmalen dürft. 

Wir wünschen euch einen farben- und auch sonst frohen Advent! 

Simanjunoanna

PS: Die Idee mit dem selber Ausmalen ist nicht zuletzt auch inspiriert vom Generaldirektor der Druckerei: «Wenn wir die Übungsbücher in Schwarzweiss drucken, dann können wir es auf der grossen Maschine machen. Da lohnt es sich dann auch, gleich 1000 Exemplare zu drucken statt nur 200. Und dann könnt ihr ja für die wenigen farbigen Stellen ein paar Leute anstellen, die diese mit Farbstift ausmalen.» 

23. Dezember

Früher war alles besser! Wirklich?

„Es war mir gelungen, ein Kamel zu mieten, und ausserdem hatten wir das Kamel des Merabit Bu-Zid. Das erstere verloren wir zu Afafi; das zweite trug das Gepäck und seine Kräfte reichten bis zum Tümmo-Gebirge. (…) So gelangten wir nach einer Hungerkur von 2 Monaten, einer täglichen Wasserration von 3 Gläsern bei 10- bis 12stündiger Fusswanderung, während der letzten 5 Tage ohne eine Spur von Nahrung, schmutzig, halbnackt am 27. September nach Tedjerri.“

Gustav Nachtigal , deutscher Afrikaforscher, in einem Brief an Dr. A. Bastian über seine Reise in den Tibesti 1869.

20. Dezember

ZUM GLÜCK ist es in den Testlektionen unserer Lehrerinnen anders. Der Raum ist richtig elektrisiert von den Kindern, die oft zum ersten Mal verstehen, was die Lehrperson sagt und sich (fast zu) ermutigt fühlen, sich rege zu beteiligen. (Aber auch hier kann das mit der Akustik schwierig werden…)

19. Dezember

ABER LEIDER ist das Nicht-Verstehen ein Problem in den meisten Bildungsanstalten.

An dieser Präsentation der Master-Arbeit einer Freundin an der Uni war nicht einmal akustisches Verstehen möglich…