Die singende Düne

11. Dezember

Von dieser singenden Düne hatten wir schon so viel gehört, nur ihren Gesang noch nicht. Letzten April, als wir in Gouro waren, war es dann soweit. Unser Freund Ahmat, der diese Düne in einem Gedicht besungen hatte, war unser Führer auf der Reise nach Gouro. Und mit Genugtuung kündigte er am morgen nach unserer Ankunft an, dass er uns nun zu dieser sagenhaften Düne führen werde.

Wir fuhren an den Fuss der Düne, um den Rest dann hochzuklettern. Das war ganz schön anstrengend, etwa wie auf einer Schneetour im Tiefschnee. Nur die Temperaturen waren etwas höher. Oben angekommen genossen wir den fantastischen Ausblick, bevor wir anschliessend mit aller Kraft versuchten die Düne zum Singen zu bringen.

Ich glaube, die Düne hat schon lange nicht mehr gesungen und die Kröte im Hals musste zuerst besiegt werden. Ahmat und die beiden anderen Männer aus Gouro waren aber fest entschlossen, sie für uns zum Singen zu bringen. Sie fingen an, auf dem Sand herumzutrampeln, rannten eine Strecke hinab, hüpften an Ort und Stelle. Dann begannen wir alle, schwere Steine hinunterzurollen. Plötzlich fing sie an zu vibrieren und es klang wie ein Flugzeug, das sich aus der Ferne annäherte, wieder ging und wieder kam und wieder ging. Mit der Zeit klang es fast wie ein Didjeridoo. Ein faszinierender Moment.

Ein bisschen hatte ich auch Schiss, dass wir durch diese Vibration eine Sandlawine auslösen würden. Oder ein Sandbrett? Glücklicherweise ist das nicht der Fall.

Auf jeden Fall blieb zum Schluss noch der Spass, die Düne wieder runter zu rutschen und auch noch die letzte Körperritze mit Sand zu füllen.

Auf den letzten hundert Metern wurde der Sand so heiss, dass ich dachte, dass wir alle mit Verbrennungen an den Füssen enden würden. Ahmat musste Leanna retten, die ihre Schuhe verloren hatte und weinend die Düne hinunterstolperte. Schlimmer als ein Sonnenbrand war es dann allerdings doch nicht.

Alles in Allem war der Ausflug zur singenden Düne echt toll (obwohl ich die Bezeichnung “Brummende Düne” eigentlich besser finden würde).

Malt doch heute den Rest der Bergkette aus.

Eine Antwort auf „Die singende Düne“

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