19. Dezember – Neuauflage

Unser 2016 publiziertes Wörterbuch ist demnächst ausverkauft und die nächste Ausgabe ist noch lang nicht fertig. Also braucht es eine erneute Auflage. Die Druckerei im Süden des Tschads ist mit dieser Grösse Buch bereits ziemlich am Anschlag, und relativ teuer ist es auch. In Europa oder anderswo drucken ist auch nicht ohne, denn die Logistik bis das dann im Tschad ist…

Als ich diese Sorge im September mit meinem Tubu-Freund aus dem Wallis teilte, meinte er: «Kein Problem, wir lassen es einfach in Libyen drucken. Dann ist der Transport nach Bardai kein Problem.» Und tatsächlich. Über seine Kontakte konnte er mir ein sehr gutes Angebot machen. Wir bestellten kurz vor der Abreise in den Tschad, 10. November. Das nächste was ich bekam war ein neu gestaltetes Titelblatt. Das hatten wir zwar nicht bestellt, aber das ist doch definitiv hübscher als das bisherige, oder? 

Und tatsächlich, am 8. Dezember, knapp einen Monat nach der Bestellung, waren tatsächlich die 1000 Exemplare gedruckt in Tripoli und unterdessen sollten sie bereits unterwegs sein in den Süden des Landes. Dort bleibt dann gleich ein Teil für den Verkauf vor Ort.

1000 Tedaga Wörterbücher – “frisch ab Press”!

Was für eine Ironie: Das Schreiben der Minderheitensprachen war unter Gaddafis harscher Arabisierungspolitik undenkbar. Das galt nicht nur für Tedaga, sondern auch für Amazigh und die Sprache der Tuareg. So kamen früher einzelne Tubus aus Libyen in den Tschad um das Alphabet ihrer Sprache zu lernen. Und auf dem Rückweg schmuggelten sie Tedaga-Bücher nach Libyen. (Dafür konnte man damals im Gefängnis landen!)

Doch nun wurde soeben in der Hauptstadt des einstigen Gaddafi-Regimes das Tedaga-Wörterbuch gedruckt. Wir können es immer noch kaum glauben – und freuen uns auf die Lieferung! 

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