Nasägrüble
Ein nicht gerade schönes, hier aber durchaus relevantes Thema: Bööggä. Ich würde ja gerne ein anständigeres Wort benutzen, aber es fällt mir leider keines ein.
Da die Luft sehr trocken und staubig ist, hab ich beinahe täglich ziemlich viele Bööggen in meiner Nase. Nicht normale Bööggen, sondern so richtig steinharte, eckige Klümpchen. Wenn ich von aussen mit den Fingern ein bisschen an mein Nasenbein drücke, dann schmerzt das ziemlich, da die Ecken und Spitzen der Bööggen in meine zarten Nasenschleimhäute drücken.
Wie bringt man jetzt diese Dinger bloss aus der Nase raus? Naheliegendster Vorschlag: Ein Taschentuch nehmen und schneuzen. Aber halt. Hab ich da grad eben Taschentücher erwähnt? Taschentücher sind DIE grosse Mangelware hier auf der Oase. Abgesehen von uns, weiss das allerdings niemand. Hab schon mehrere Male in ganz verschiedenen Lädelis nach Taschentüchern gesucht. Einmal hab ich dann auf mein Nachfragen hin einen Pack Servietten (solche, die nicht an einer Wurst kleben würden – wie wenn das wichtig wäre hier …) angeboten bekommen, das war nicht all zu schlecht. Ein anderes Mal hab ich tatsächlich einen 10-er Pack Taschentücher gefunden. Diese hatten aber den Namen Taschentücher alles andere als verdient! Sie waren in Mexiko designt, in China produziert, dort durch die Qualitätskontrolle gefallen und schnurstracks in die Wüste geschickt worden. Die Grösse entsprach etwa der eines halben Taschentuchs und sie waren EINLAGIG! Stellt euch das mal vor! Also schnüüzt’s nüüt so schadt’s nüüt, aber wenn man schneuzt, kann man sich gerade direkt in die Finger schneuzen!
Und schwups, des Problems Lösung. Abgeschaut bei den Einheimischen, schneuze auch ich jetzt direkt in meine Finger, allerdings nur unter der Dusche. Und um die hartnäckigsten Bööggen auch rauszubringen, brauche ich mit anfänglicher Überwindung jetzt meinen kleinen Finger. Zum Glück gibt’s den – etwas anders gibt’s nämlich nicht.
