Nein, 37 Grad ist nicht die Aussentemperatur, die uns in N’Djamena erwartete, sondern wohl noch eine genügend tiefe Körpertemperatur um nicht einer genaueren Untersuchung unterzogen zu werden. Dank dem vor wenigen Stunden gefallenen ausgiebigen Regen ist es um fünf Uhr morgens nur frische 22 Grad.
Nach 200 Metern Fahrt mit dem Flughafenbus wandern wir in das im Bau begriffene Flughafengebäude. Beim Eingang steht ein freundlich dreinblickender Mann mit weissem Kittel und sprayt uns etwas auf die Hände. Mit einem pistolenförmigen Gerät mit blauem Licht zielt er aus etwa 50 cm Entfernung auf unseren Kopf. Von Junia guckt nur ein Bein aus der Traghilfe. Das scheint für die Temperaturmessung auch zu genügen. Grenzsanitarische Untersuchung zum ersten. Nur keine kalten Füsse kriegen!
Nächste Station: Einreisekontrolle durch die Grenzpolizei. Nach aufmerksamem Studium meines Passes gibt der Beamte mir diesen zurück. Bis Anja und Junia auch kontrolliert sind, blättere ich mehr aus Langeweile durch den Pass – und finde keinen Einreisestempel. Höflich weise ich den Beamtem darauf hin, der nach erneutem Studium mir Recht und dem Pass seinen Stempel gibt.
Die vier verschiedenen Fingerabdrücke schienen bis wir dran kamen äusserst wichtig zu sein, doch von Anja reichte einer und Junia brauchte überhaupt keinen mehr zu geben. Schliesslich waren wir die letzten in der Reihe.
Grenzsanitarische Untersuchung zum Zweiten: Wieder ein Mann im weissen Kittel verlangt unsere internationalen Impfpässe und allein der Umstand, dass wir alle einen solchen besitzen, lässt das ihn strahlend ausrufen: „Ah bon, une famille bien protégée!“ Die Kontrolle entfällt.
Unsere Freude über die bestens verlaufene Reise wird auch nicht getrübt: Alle unsere zahlreichen Gepäckstücke sind eingetroffen, obwohl wir wir uns beim Umsteigen in Casablanca ganz schön beeilen mussten. Zwei junge Männer beladen emsig zwei Gepäckwägelchen. 1.5m vor dem Ausgang steht noch einmal eine Maschine zum Gepäck durchleuchten. Vier unserer Gepäckstücke werden rausgenommen. Die Kontrolle beginnt. Der erste Koffer wird geöffnet und es erscheinen zwei riesige, vakuumierte Säcke, in denen unsere Schlafsäcke und Kleider möglichst kompakt eingeschrumpft sind. Das scheint auf den ersten Blick unmöglich zu kontrollieren. So wird dieser Koffer, so wie auch die anderen, ohne genauere Inspektion wieder freigegeben.
Draussen werden wir von einem bekannten Gesicht in einer auch nach zweieinhalb Jahren noch bekannten Umgebung empfangen. Alhamdulillah!
