24. Dezember

“Ich weiss um das schreckliche Leiden der Armen, ich habe die Hungernden gesehen und die Waffen des Krieges. Ich habe selbst Schmerz erlebt, aber ich weiss, dass ich mit meinem Leiden die Not der Welt nicht lindern kann. Doch noch mehr trage ich zum allgemeinen Elend bei, wenn ich nicht dankbar bin für das Morgenlicht, das durch die Baumkronen fällt, wenn ich mich nicht erfreue an dem schweren Duft der Rosen am Beginn des Sommers, wenn ich das Lied der Grillen in einer feuchten Nacht nicht beachte, das Rauschen der Flüsse, die Sterne am Himmel, den Regen der fällt, und all die unzähligen guten Gaben, die Gott uns gibt. Die Welt braucht nicht noch mehr Wut, nicht noch mehr Verzweiflung. Es wird der Welt nicht helfen, wenn ich die Freude zurückweise (…) Wer sich aus Solidarität mit den Leidenden der Freude verschliesst, der hilft ihnen nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tapferen, die auf all die guten und schönen Dinge achten – und seien sie auch noch so klein -, die dankbar sind und Freude im Alltag entdecken, sie sind die Botschafter der Hoffnung, die das Licht in die Welt tragen. Wenn wir unsere harten Herzen dem liebenden Regen der Gnade aussetzen und der Freude erlauben, unsere trockene, rissige Erde aufzuweichen, dann wird Leben hervorspriessen. Das ist es, was die Welt braucht. Der Himmel öffnet sich, wenn wir unseren Dank bringen.”

Ann Voskamp

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