Seit wir im Tschad sind, im einem Land, das zur Hälfte aus Wüste besteht, wünschen wir uns, die Sahara zu sehen. Und wie es sich herausstellt, ist der Tschad unterdessen das sicherste Land für Saharatourismus, da Libyen, Mali und Niger dafür aus politischen Gründen geschlossen sind. Wir haben uns schon mehrmals bei der staatlichen Reiseagentur gemeldet, doch leider kam ihre Reise mangels Teilnehmer nicht zustande. In der Hoffnung, dass der Tschad wiedermal happent, riefen wir eine Woche vor Reisebeginn einer privaten Reiseagentur an und siehe da: da waren noch zwei Plätze frei. Alhamdu lillah! Unsere ReisekumpanInnen (Deutsche, Österreicher und ein Italiener) kamen am Flughafen an und stiegen direkt in die drei Jeeps ein. Die nächsten dreieinhalb Tage fuhren wir Richtung Nordosten, bis wir dann das Gebirge Ennedi erreichten. Am dritten Abend, noch in der Nähe eines kleinen Städtchens, erhielten wir je eineinhalb Liter Wasser, um uns zu waschen. Wir gossen und genossen es, allerdings mit ein bisschen Angst, dass das die für eine Woche die letzte Waschgelegenheit sein könnte. Alle Mitreisenden hatten schon diverse solche Wüstenreisen hinter sich, wussten, wie das Kamel läuft – und hatten Feuchttücher dabei. Zu unserer Erleichterung und Hygienisierung gab es alle drei Tage eine Ration Waschwasser. Soviel zum Badezimmer, nun zur Toilette: sie befindet sich am selben Ort oder einfach irgendwo. Ein Sprichwort aus der Sahara dazu: „Es ist besser, jemanden beim Kacken zuzusehen, als beim Holzhacken.“ (Bei Letzterem könnte man nämlich einen Splitter ins Auge abbekommen.) Während einer Woche wanderten wir dann durch unglaublich vielfältige, wunderschöne Landschaften. Um weitere 1000 Worte darüber zu sparen hätten wir seeehr gerne ein paar Fotos beigefügt. Doch leider ist der Stundenlohn zu klein und die Nerven zu wertvoll, als dass wir uns bei dieser Internetverbindung die Warterei noch länger antun wollen. Wir lassen die Bilder so bald wie möglich folgen.
Beeindruckend aber schwer aufs Bild zu bringen waren die vielen Felsmalereien, die von einer Zeit berichten, in der hier saftige Weiden Kühe beherbergten, und sogar Girafen zeigen. Und dazu der nahtlose Übergang zu heute: in denselben Felsunterständen lagern die Nomaden ihre Zeltstangen, die sie nicht zum nächsten Lager schlappen wollen. Besonders genossen haben wir die Stille in der Nacht, wie sich die Teilnehmer an unserem Geräuschrätsel vorstellen können – by the way: sind schon Karten angekommen? Die Nächte unter dem wunderschönen Sternenhimmel genossen wir solange, bis der Wind unsere Ohren und jegliche anderen Öffnungen mit Sand füllte. Wir wissen jetzt warum Kinder in der Sahara nicht gut schlafen, wenn man die Gutenachtgeschichte vom Sandmännchen erzählt. Und obwohl es uns immer noch ein bisschen befremdet, dass in der Hauptstadt Taxifahrer allen Ernstes mit Turban unterwegs sind, verstehen wir die Nützlichkeit dieses Kleidungsstücks in der Wüste: schliesslich befindet sich der Grossteil aller körpereigenen Sandfänger am Kopf. Dank unserer italienischen Reisebegleiterin wurden wir mitten in der Wüste verwöhnt mit Käse, Würsten, Panetone und Spumante. Und unser exzellenter tschadischer Koch konnte sein Risotto mit echtem Parmesan veredeln. Als Tourist unter solchen Umständen diese Weltgegend zu sehen ist fantastisch, aber bei Weitem nicht zu vergleichen mit dem Nomadenleben. So waren wir nicht nur von der Landschaft, sondern auch von den Menschen beeindruckt, die unter Umständen leben, unter denen wir Europäer es wohl nicht lange machen würden.

Schön, dass ihr aus der Wüste gut zurückgekehrt seid. Vielen Dank für die Karte. Sie war nur etwa 10 Tage unterwegs. Die Post scheint also gut zu funktionieren. Wir freuen uns immer von euch zu hören uns warten gespannt auf den nächsten Bericht. Bald gibt’s auch News von uns:-)
Grüsse Danisamatija
Super, dass Ihr zurück seid und so eine eindrückliche Reise machen konntet. Ja, die beeindruckende “Hochglanz”-Postkarte ist vor ein paar Tagen angekommen. Vielen Dank dafür, haben uns gefreut.