21. Dezember

Habt ihr gewusst, dass man aus Dattelkernen Kaffee machen kann? Also natürlich nicht richtigen Kaffee, er ist ja auch nicht aus Kaffeebohnen gemacht. Aber im Geschmack hat es was von Kaffee, allerdings nicht besonders starkem, sondern eher so dünnem Filterkaffee.
Allerdings soll der Dattelkaffe für allerlei gut sein und ist deshalb schon ein anerkanntes Produkt im “Alternativen-Kaffee-Trinker-Kreis” in Europa.

Meine Freundin kommt aus einer Oase, die traditionellerweise zu einem grossen Teil von ihrer Dattelkultur lebte. Mittlerweile werden die Palmen völlig vernachlässigt und die Jugend fokussiert sich nur noch aufs Goldsuchen. Meine Freundin hingegen sieht die grosse Problematik, welche das Goldfieber mit sich bringt und möchte etwas dagegen unternehmen. Ihre Idee ist es, das alte, traditionelle Wissen wieder zu aktivieren und als Basis für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft zu brauchen.

Vielleicht klang das jetzt sehr banal. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto genialer finde ich ihren Ansatz. Und auch ihren Einsatz. Sie arbeitet für etwas Grösseres (nicht nur gerade sich selber), sie riskiert ihr eigenes hart erarbeitetes Geld und geht einen ehrlichen und geraden Weg. Das sind alles total untypische Eigenschaften hier und ich bin massiv stolz auf sie und versuche sie zu unterstützen, wo ich kann.

Aber ich muss sagen, die Hürden im Tschad sind unglaublich gross und vielfältig.
Zum Beispiel gibt es hier im Land abgesehen von Knister-Plastik-Säckli keine Tüten, die sich für das Verpacken von Kaffee eigenen würden. Wo soll sie jetzt ihre schlecht gedruckten und schräg geschnittenen Etiketten draufkleben? Und für ihr TEUER gedrucktes Buch, indem sie ihre ganze Recherche über Datteln zusammengefasst hat und wir zusammen auch einige Rezepte fotografiert und aufgeschrieben haben, das verkauft sich auch nicht. Weil von den wenigen Leuten die überhaupt lesen können, sich nur die allerwenigsten für Bücher interessieren. Und dann der Werbefilm, den wir gemeinsam gemacht und in verschiedene Sprachen übersetzt haben: Nachdem sie das letzte Mal ihr Handy verlor hat, war auch der Film weg. Sowie auch die Originaldateien von ihren Logos. So ist das hier.
Ich wünsche meiner Freundin trotz den vielen Hindernissen und Niederlagen den Mut dran zu bleiben. Das wünsch ich auch dir und mir.
Don’t dig up in doubt, what you planted in faith (Grabe nicht im Zweifel aus, was du im Glauben gepflanzt hast)
Elizabeth Elliot
Malt heute das Dorf im Hintergrund aus!
