Büchertisch

5. Dezember

Zur Abschlussfeier eines Dazaga-Kurses für Kinder brachten wir einen kleinen Büchertisch mit. Wir hatten die verrückte Hoffnung, dass vielleicht ein paar Eltern für ihre Kinder ein Buch kaufen würden. Dies war allerdings nicht der Fall.

Aber wir waren einigermassen überrascht, als die Kinder anfingen, in all den (frisch gedruckten) Bücher herumzublättern. Kinder hier haben sehr selten bis gar nie ein Buch in der Hand. Entsprechend haben sie auch nicht unbedingt ein Bewusstsein für sorgfältiges Umblättern der Seiten. Und es half auch nicht, dass jeweils drei bis fünf Kinder “gemeinsam” blätterten.

Um noch ein paar Bücher zu retten, hat Simon angefangen die Kinder eine Geschichte in ihrer Sprache lesen zu lassen. Hätte er dieses Experiment mit französischen Büchern gemacht, wäre das Verhalten verhaltener gewesen. Kaum ein Kind würde freiwillig versuchen, eine noch nie auswendig gelernte Buchseite1 zu lesen. Da kann man sich blamieren. Doch hier, wo es darum ging, ein illustriertes Buch in der eigenen Sprache zu lesen, gab es ein regelrechtes Gerangel darum, wer als erster lesen durfte. Und das Ganze machte den Kindern erst noch Spass. Die Erwachsenen, welche das sahen, waren ziemlich beeindruckt.

Malt doch heute unseren Simi auf der Weihnachtskarte aus.

  1. Landläufig, haben wir feststellen müssen, können Kinder hier nur Texte lesen, die sie schon mal in der Schule hatten. Wenn sie die Seite erkennen, dann können sie den betreffenden Text auswendig rezitieren. Wenn sie das können, sind sie (und ihre Eltern!) überzogen, dass sie lesen können. ↩︎

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