17. Dezember

Tschadische Gastfreundschaft 2 und 3

 

Dank unserem Hang zu öffentlichen Verkehrsmitteln (und weil wir uns nicht mit einem Wagen in den n’djamenaischen Verkehr wagen) haben wir schon viele interessante Begegnungen und Erfahrungen in Taxis und Bussen gemacht. In nur einem Bus kann man regelmässig rund 22 Erwachsenen begegnen. Zwei dieser Begegnungen wurden zu Bekanntschaften und Gast-Freundschaften, eben Nummer 2 und 3.

Nummer 2: Unterwegs im Taxi in die Schule sprach sie Anja an und war begeistert von der Idee, eine Schweizerin zu kennen. Die Handynummern wurden ausgetauscht. Nach einigen Höflichkeitstelefonaten äusserte Anja die Absicht, sie einzuladen. Und Simi versuchte, ihr das auf Arabisch mitzuteilen. Ja, das sei nett, doch sie könne gerade nicht, wir sollen doch schnell bei ihrem Vater vorbeigehen um ihm dann zu zeigen, wo wir wohnen. Wie wir ihn finden? Ganz einfach: bei jener Moschee in der Nähe jener Strasse nach jenem Namen (dem ihres Vaters) fragen. Das scheint kompliziert zu werden, doch da wir ja Menschen kennenlernen wollen, ist uns kein Aufwand zu gross. Wir warteten das Nachmittagsgebet ab und zogen los. Diejenigen in der Nähe jener Strasse, die jene Moschee kennen wollen, sind sich nicht ganz einig, wo sie zu finden ist. Doch wir haben uns immer mehr angenähert, bis wir schliesslich beim Hintereingang landeten. Als wir dort nach dem Namen fragten, führte uns ein hilfsbereiter Mann direkt vor die richtige Haustür. Unser Vorhaben, ihrem Vater, der nicht da war, zu zeigen wo sie uns dann besuchen kann, wurde komplett umgedreht: im Nu fanden wir uns als ihre Gäste auf ihrem Teppich wieder. Wir schlossen Bekanntschaft mit der „famille élargie“: Geschwister (solche mit „même père, même mère“) und Halbgeschwister, Cousinen und Cousins, Onkel, Tanten, Grossmütter und auch mit den Neffen ist es mitnichten noch nicht fertig. So sitzen wir in der Runde, uns wird Wasser und Cola vorgesetzt, während die Umsitzenden vor nichts sitzen. Und als Simi seine Cola auf dem Teppich umstösst, wird ihm schnurstracks eine neue serviert. Bevor die Nacht hereinbrach, verabschiedeten wir uns dankend und hoffen, sie bald auf unserem (heute gekauften, laut Anja hässlichen aber Füsse schonenden) Teppich begrüssen zu können.

Nummer 3: Ein anderes Mal nahm uns ein private Fahrzeug einfach mit, als wir einmal mehr etwas verloren am Strassenrand standen. Wir luden ihn und seine Familie (non-élargie) heute Nachmittag um 14.00, 15.00 ein. Um 15.12 kam eine SMS: „Bonsoir, nous avons déjà quitté la maison. Merci.“ Und um 16.00 sind sie auch wirklich angekommen.

Nach dem netten, aber unspektakulären Besuch, rief er uns selbstverständlich an, als sie wieder zuhause waren, um zu sagen, dass sie wieder zuhause sind.

À la prochaine!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert